• Neue Bienenvölker – Ablegerbildung

    Erfolgreiche Ablegerbildung: Eine Jungkönigin ein Eiablage

    Erfolgreiche Ablegerbildung: Eine Jungkönigin ein Eiablage – die Eier sieht man unten im Bild in den Zellen am Zellboden. Sie werden auch Stifte genannt, wegen der länglichen Form.

    Eine Imkerei, ob groß oder klein, muß in jedem Jahr junge Bienenvölker bilden. Es gibt bei den Bienen im Laufe des Jahres leider immer Völker-Ausfälle zu verzeichnen. Die Ablegerbildung erneuert den Völkerbestand. Gründe für einen Abgang eines Wirtschaftsvolkes gibt es viele:

    • Das Volk war zu sehr von der Varroa-Milbe geschädigt und hat den Winter (oder bereits den Herbst) nicht überstanden. (Leider immer noch der häufigste Grund für das Bienensterben)
    • Das Volk ist abgeschwärmt und die junge Königin ist nicht vom Begattungsflug zurückgekehrt.
    • Der Sperma-Vorrat der Königin ist aufgebraucht und sie kann nur noch Eier legen, aus denen Drohnen heranwachsen (ungefruchtete Eier).
    • Ein schwaches Volk wird im Spätsommer von starken Völkern ausgeraubt.
    • Ein Volk verhungert im Winter oder im April. (Meistens durch Fehleinschätzung des Imkers verursacht)

    Somit muß der Imker schon allein um seine Anzahl der Bienenvölker zu erhalten, Jungvölker bilden. Natürlich sind Völker mit jungen Königinnen auch im Folgejahr sehr entwicklungsstark und haben einen noch nicht so großen Schwarmtrieb, wie ein Volk mit einer 2- oder 3- jährigen Königin.

    Es gibt unglaublich viele und verschiedene Varianten wie man Jungvölker bilden kann. Wir bedienen uns bei der Ablegerbildung an zwei Varianten:

    Ablegerbildung aus einer Wabe im April und Mai

    Ablegerbildung aus einer Wabe

    Ablegerbildung aus einer Wabe – gleichzeitig schröpft man mit dieser Maßnahme das Wirtschaftsvolk und dämpt den Schwarmtrieb. Zusätzlich entzieht man Varroamilben, die in den verdeckelten Zellen sitzen.

    Hierzu nehmen wir aus den stärksten Wirtschaftsvölkern zweimal, ca. Mitte April und Anfang bis Mitte Mai eine Brutwabe mit Eiern oder jüngster Brut. Vor allem sollten sich aber auf diesem Rähmchen viele verdeckelte Brutzellen befinden, aus denen in den nächsten Tage viele Bienen schlüpfen. Diese Brutwabe hängen wir (ohne die alte Königin) zusammen mit einer Futterwabe in einen neuen Kasten und stellen Sie an einem neuen Standort auf. Die ansitzenden Bienen und die schlüpfenden Bienen ziehen sich dann aus den Eier oder aus der jüngsten Brut einen neue Königin nach. Wir kontrollieren diese Ableger ca. 4 Wochen nach der Bildung, ob einen neue Königin erfolgreich in Eiablege ist. Durch diese Maßnahme schröpft man auch das starke Wirtschaftsvolk und dämpft den Schwarmtrieb erfolgreich. Allerdings nimmt man in der verdeckelten Brut auch eine gute Portion Varroamilben mit in das junge Volk. Hier muß man im Spätsommer kontrollieren und evtl. frühzeitig behandeln!

    Sauglinge mit zugesetzter Jungkönigin

    Einigen Wirtschaftsvölkern setzen wir die größeren Bruträume als Honigraum auf (mit Absperrgitter). Die Bienen tragen dann Honig in große Brut-Rähmchen ein. Nachdem der Honig geschleudert wurde (Frühjahrsernte), setzen wir starken Wirtschaftsvölkern diese ausgeschleuderten Bruträume über das Absperrgitter auf. Innerhalb von einer Stunde ist der neue Brutraum mit Bienen bevölkert, die die Waben reinigen und putzen. Durch das Absperrgitter gelangt die alte Königin nicht in diesen Raum. Wir haben sozusagen Bienen nach oben gesaugt. Daher der Ausdruck „Saugling“.

    Dieser Brutraum wird dann abgenommen und ihm wird eine junge Königin im Käfig zugesetzt. Diese Jungköniginnen kaufen wir von Züchtern ein, da wir selber keine proffessionelle Königinnen-Zucht bertreiben. Die neuen Bruträume werden an einem neuen Standort aufgestellt und sofort gefüttert! Die Bienen merken schnell, dass sie von Ihrem Volk getrennt wurden und nehmen die neue Königin dankbar an. Der Käfig der Jungkönigin ist mit Futterteig verschlossen und es dauert ca. 24 Stunden, dann haben die Bienen die neue Könign befreit. Diese Zeit ist nötig, damit sich die Bienen an die neue Königin gewöhnen. Würde man die Königin direkt zugeben, würde sie wahrscheinlich abgestochen werden. Das Bild oben zeigt einen junge Buckfast-Königin, die einem Saugling zugesetzt wurde. Bei der Kontrolle nach vier Tagen, konnten wir die Königin bei der Eiablage beobachten. Das heißt: Alles in bester Ordnung!

    Vor- und Nachteile der Varianten

    Die Ableger aus einer Wabe kosten wenig Geld und Aufwand. Von ca. 50 aufgestellten Ablegern schaffen es je nach Wetterlage beim Begattungsflug ca. 35-42 Jungköniginnen wieder zurück in den Stock und gehen erfolgreich in Eiablage. Man hat nur eine mäßigen Zuchteinfluß auf die Königin und man startet den Ableger mit einer höheren Varroa-Belastung.

    Der Saugling startet mit einer geringeren Varroa-Belastung (nur einige Varroen, die auf den Bienen sitzen). Das neue Volk sitzt auf komplett frisch ausgebauten Waben. Der Zukauf der Königin ist relativ teuer. Bei 50 zugesetzten Königinnen wurden bei uns 45 bis 48 Königinnen erfolgreich angenommen!

    Eine weitere Variante der Ablegerbildung ist die Bildung von Sammelbrutablegern mit intergrierter Zucht. Einen Artikel dazu finden Sie hier im Bienen-Journal.

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